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16 Tote nach Amoklauf in Baden-Württemberg
News
Geschrieben von: Sven   
Mittwoch, den 11. März 2009 um 15:49 Uhr

                            dg

Der Amoklauf in einer Realschule in Winnenden bei Stuttgart nimmt immer dramatischere Ausmaße an.
Bei dem Blutbad in der Schuleund auf der anschließenden Verfolgungsjagd starben bislang 16 Menschen,
darunter der Amokläufer selbst.

Quelle


 An der Schule hatte der 17-jährige Täter namens Tim K. zunächst neun Schüler, die zwischen 14 und 15 Jahre alt waren, einen erwachsenen Gärtner und drei Lehrerinnen getötet. Auf der Flucht kamen bei einer Schießerei mit der Polizei zwei weitere Passanten und der Amokläufer selbst ums Leben. Ein weiterer Schüler erlag schließlich seinen Verletzungen im Krankenhaus.

Der Täter, ein 17 Jahre alter Ex-Schüler der Realschule in dem schwäbischen Kleinstädtchen, war am Vormittag gezielt in zwei Klassenzimmer gestürmt und schoss dort während des Uneterrichts um sich. Auf der anschließenden Flucht erschoss er den Gärtner, flüchtete zu Fuß in die Innenstadt und zwang schließlich einen Autofahrer ihn mitzunehmen. So durchbrach er die Sperren, mit denen die Polizei die 27.000-Einwohner-Stadt abgeriegelt hatte.

Er befahl seiner Geisel, ihn ins 40 Kilometer entfernte Wendlingen am Neckar zu fahren. Unterwegs ließ er den Autofahrer frei und fuhr selbst weiter. Nach einer wilden Verfolgungsjagd, die er sich mit der Polizei lieferte, hielt er schließlich im Industriegebiet von Wendlingen nahe einer Autobahnauffahrt an, lief zu einem Autohaus und erschoss dort zwei Passanten. Dort kam es auch zum Schusswechsel mit der Polizei, bei der der Amokläufer getötet wurde. Zwei Beamte erlitten schwere Verletzungen

Rund 1000 Einsatzkräfte versuchten, den Mann zu finden sowie Schüler und Passanten in Sicherheit zu bringen. Die Realschule wurde evakuiert, das Gebiet weiträumig abgesperrt. "Die ganze Stadt gleicht einer Festung", berichtete ein Augenzeuge. "Es herrscht blankes Entsetzen." Augenzeugen an der Realschule von Winnenden berichteten von Schüssen und Schreien. Eine Schülerin sagte, sie habe zunächst an einen üblen Scherz gedacht. Dann habe sie gesehen, wie andere aus dem Fenster gesprungen seien. Dann sei sie auch losgerannt. Auch auf dem angrenzenden Gelände einer psychiatrischen Klinik fielen Schüsse. "Ich habe sechs bis sieben Schüsse gehört. Ich darf meine Station nicht mehr verlassen", berichtete eine Sprecherin der Klinik, als die Suche nach dem Amokläufer noch auf Hochtouren lief.

"Eltern sind Waffenbesitzer"

Der mutmaßliche Täter, der als absolut unauffällig beschrieben wird, soll bis vor kurzem selbst einer der knapp 600 Schüler der Realschule in Winnenden gewesen sein und dort 2008 den Abschluss gemacht haben. Gerade hat er mit seiner Ausbildung begonnen. Er stammt aus Leutenbach, einem Nachbarort von Winnenden im Rems-Murr-Kreis. Seine Eltern besitzen legal Waffen; zuhause steht ein ganzer Waffenschrank mit 16 Schusswaffen. Eine davon wurde bei der Durchsuchung des Hauses nicht gefunden - wahrscheinlich die Tatwaffe.

Unbeantwortete Frage: Warum?

Über sein Motiv konnte bislang nur gerätselt werden. Ob er sich möglicherweise von dem Amoklauf im US-Bundesstaat Alabama, wo in der Nacht zu Mittwoch elf Menschen getötet wurden, beeinflussen ließ, ist unklar.

Die Bluttat ruft Erinnerungen an den Amoklauf von Erfurt wach: Am 26. April 2002 hatte ein ehemaliger Schüler des Gutenberg-Gymnasiums innerhalb weniger Minuten 15 Menschen und dann sich selbst erschossen. Die Stadt Erfurt und das Land Thüringen boten Baden-Württemberg prompt Hilfe bei der Betreuung von Schülern oder der Angehörigen von Opfern an. Es könnten kurzfristig speziell geschulte Notfallpsychologen entsandt werden, erklärte Kultusminister Bernward Müller.
 
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